Monts de Berru

Chardonnays isolierter Kreide-Ausläufer.

5Dörfer
82Lieux-dits
0Grand-Cru-Dörfer
0Premier-Cru-Dörfer
392 haRebfläche

Monts de Berru ist das kleinste Terroir der Montagne de Reims, eine Gruppe von nur fünf Dörfern rund um einen isolierten Hügel östlich von Reims. Geologisch ist der Mont de Berru ein Zeugenberg, ein abgetrennter Ausläufer des Montagne-de-Reims-Plateaus, durch das Tal der Vesle vom Hauptmassiv getrennt. Diese Isolation ist entscheidend: Der Hügel bildete nie die dicke Lehmauflage aus, die die oberen Hänge des Hauptsteilhangs weiter südlich bedeckt, sodass seine Reben nahe an blossliegender Kreide der Kreidezeit stehen, demselben weissen Untergrund, der die Côte des Blancs prägt. Die Kreide hier ist alt und so freigelegt, dass der Hügel zudem eine dokumentierte Fossilienfundstätte ist, mit Dutzenden früher Säugetierarten, die an seinen Hängen geborgen wurden. Chardonnay reagiert auf diese Kreide ähnlich wie rund um Épernay und macht hier den grossen Grossteil der Anpflanzungen aus, ein ungewöhnlich hoher Anteil für eine Ecke der ansonsten von Pinot Noir geprägten Montagne de Reims. Der klarste historische Anhaltspunkt des Gebiets steckt in einem Ortsnamen und nicht in den Reben. Pontfaverger-Moronvilliers, eines der fünf Mitgliedsdörfer, trägt in seiner zweiten Hälfte den Namen eines Dorfes, das nicht mehr existiert. Moronvilliers lag am Rand der bewaldeten Hügel, um die im April und Mai 1917 östlich von Reims gekämpft wurde, in der sogenannten Schlacht um die Hügel, Teil des unterstützenden Angriffs der französischen Vierten Armee im Rahmen der Nivelle-Offensive. Deutsche Truppen hatten das Dorf seit September 1914 besetzt, und es war bei Kriegsende dem Erdboden gleichgemacht. Anders als viele Dörfer der Champagne, die nach 1918 wiederaufgebaut wurden, wurde Moronvilliers nicht wiederaufgebaut: Es wurde als zone rouge eingestuft, als Land, das als zu stark beschädigt für einen Wiederaufbau galt, und 1950 wurde das verbliebene Gebiet in das benachbarte Pontfaverger eingegliedert, das seither den zusammengesetzten Namen trägt. Es ist eine kleine, nachdenklich stimmende Fussnote für ein Terroir, das ansonsten kaum Spuren in der Geschichte hinterlässt.

Teilregion: Montagne de Reims

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