Vallée de la Marne Ouest

Meunier, so weit weg von der Kreide wie möglich.

39Dörfer
904Lieux-dits
0Grand-Cru-Dörfer
0Premier-Cru-Dörfer
2'846 haRebfläche

Die Vallée de la Marne Ouest ist der westlichste und grösste Zusammenschluss von Dörfern im Marnetal, gruppiert um Château-Thierry, wo sich das Flusstal ins Département Aisne hineinschiebt und in drei Gemeinden sogar über die Départementsgrenze hinaus bis ins Seine-et-Marne und die Île-de-France selbst reicht, rund eine Autostunde von Paris entfernt. Dies ist die Champagne an ihrer geografischen Grenze, und die Böden zeigen es: statt der reinen Kreide, die die Côte des Blancs oder die Montagne de Reims unterlagert, ist der Oberboden hier eine Mischung aus Lehm, Sand, Kalkstein und Mergel, wobei das Kreidefundament tiefer im Untergrund liegt als näher bei Épernay. Pinot Meunier, toleranter gegenüber Lehm und besser geeignet für ein kühleres, grenzwertigeres Klima so weit vom Kreidekern entfernt, dominiert hier mit deutlichem Abstand. Die 39 Dörfer des Sektors bilden eine dichtere, waldreichere Landschaft aus steilen Talflanken und schmalen Rebstreifen, die den Windungen des Flusses folgen, vom Charakter her näher an der ländlichen Aisne-Landschaft als an den offenen Kreideplateaus weiter östlich. Château-Thierry ist der Geburtsort des Fabeldichters Jean de La Fontaine, dort am 8. Juli 1621 getauft. Sein Elternhaus, ein Herrenhaus aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, das seine Eltern 1617 erwarben, ist als Musée Jean de La Fontaine erhalten. Derselbe Talabschnitt war im Ersten Weltkrieg zweimal Frontlinie: bei der Ersten Marneschlacht im September 1914 und, entscheidender, bei der Zweiten Marneschlacht im Juli 1918, als deutsche Truppen den Fluss zwischen Dormans und Château-Thierry überquerten, bevor sie von französischen, britischen und amerikanischen Truppen zurückgedrängt wurden. Dieselbe Offensive brachte auch Kämpfe ins Belleau-Wäldchen, wenige Kilometer westlich von Château-Thierry, wo US-Marineinfanteristen in jenem Juni einige der schwersten Verluste ihrer Geschichte erlitten. Die Champagne als Ganzes verlor Schätzungen zufolge während des Kriegs rund 40 Prozent ihrer Rebfläche, wobei konkrete Rebflächenverluste im Sektor Château-Thierry selbst, isoliert von der weiteren Region betrachtet, nicht gut dokumentiert sind.

Teilregion: Vallée de la Marne

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