Vallée de la Marne Rive Droite
Meunier am sonnigeren Ufer des Tals.
Die Vallée de la Marne Rive Droite liegt am rechten Ufer der Marne, was, da der Fluss westwärts Richtung Château-Thierry fliesst, tatsächlich die Nordseite des Tals ist. Diese Geografie spielt dem Terroir in die Hände: Statt der schattigeren, kühleren Exposition, die ein Nordufer vermuten liesse, sind die Weinberge nach Süden über das Wasser hinweg ausgerichtet und fangen während der ganzen Vegetationsperiode Sonne ein, selbst wenn sich kalte Luft unten auf dem Talboden sammelt. Die 24 Dörfer, von Vandières und Reuil im Osten bis Binson-et-Orquigny und Passy-Grigny im Westen, liegen nicht an einem durchgehenden Hang, sondern reihen sich entlang einer Serie von Seitentälern auf, die landeinwärts von der Marne abzweigen, jedes mit eigener Neigung und Ausrichtung. Die Böden hier tragen mehr Lehm, Sand und Mergel als die kreidedominierten Hänge um Épernay, eine Verschiebung, die dem kräftigen Wuchs des Pinot Meunier und seiner Toleranz gegenüber weniger gut drainierendem Boden entgegenkommt. Das Ergebnis ist das meunierreichste Terroir der Champagne, und Damery, das grösste der 24 Dörfer, verankert dessen östliches Ende nahe dort, wo es auf die Grande Vallée trifft. Châtillon-sur-Marne, ungefähr in der Mitte dieser Dorfkette gelegen, war der Geburtsort von Eudes de Châtillon, Sohn des örtlichen Herrn, der 1088 als Urban II. Papst wurde. Im November 1095 hielt er auf dem Konzil von Clermont die Predigt, die den Ersten Kreuzzug auslöste, eine der folgenreichsten Reden der mittelalterlichen Geschichte. Das Dorf hat diese Verbindung nie in Vergessenheit geraten lassen: 1887 errichtete es ihm auf dem Hügel über den Weinbergen eine kolossale Statue, 33 Meter hoch aus Kersanton-Granit, die rechte Hand segnend über das darunterliegende Tal erhoben. Sie zählt bis heute zu den höchsten Denkmälern im Département Marne, sichtbar von Weinbergen an beiden Ufern, und eine Orientierungstafel an ihrem Sockel benennt die umliegenden, über den Talboden verstreuten Dörfer. Für ein Terroir, das ansonsten durch Boden und Ausrichtung definiert wird, verschafft dies der Vallée de la Marne Rive Droite ein Wahrzeichen, das keine andere Unterteilung der Champagne vorweisen kann, ein Papstdenkmal, das buchstäblich über die Reben wacht, die sein Geburtsort neun Jahrhunderte später noch immer bestellt.
Teilregion: Vallée de la Marne
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